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Schwarzer Tag für die Kunstfreiheit am 3. Dezember. Unter Vorsitz von Richter Schmitt gab das Landgericht dem Antrag der Oberbürgermeisterin Helma Orosz gegen die Künstlerin Erika Lust auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung statt. Die Künstlerin darf nun das von ihr gemalte Bild "Frau Orosz wirbt für das Welterbe" nicht mehr ausstellen oder auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Das Urteil zum Download


Hier erste Reaktionen:

SZ online 4.12.09

Orosz gewinnt im Streit um Nacktbild

Im Streit um das Nackt-Gemälde "Frau Orosz wirbt für das Welterbe" ist ein Urteil gefallen: Das Gemälde darf weder ausgestellt noch im Internet zeigt werden. Die Künstlerin kündigte Berufung an.

Dresden. Ein Gemälde, das die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) nur mit Strapsen bekleidet vor der Waldschlößchenbrücke zeigt, darf nicht mehr öffentlich präsentiert werden. Das entschied am Donnerstag das Dresdner Landgericht mit einer einstweiligen Verfügung. Das Werk der Dresdner Künstlerin Erika Lust mit dem Titel „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ hatte in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt, nachdem es auf einer Internetseite gezeigt worden war.

Nach der erfolgreichen Unterlassungsklage darf die aus Kasachstan stammende Künstlerin ihr Bild künftig weder im Original noch als Replikat öffentlich machen oder sie riskiert ein Ordnungsgeld von 250 000 Euro. Nach dem Gerichtsentscheid kündigte die Künstlerin Berufung an.
In ihrem Urteil verwiesen die Richter darauf, dass in diesem Fall die Persönlichkeitsrechte von Orosz das Recht auf Kunstfreiheit einschränkten. Vor allem die explizite Darstellung der Geschlechtsteile sei ein unzulässiger Eingriff in die Intimsphäre. Zudem werde die Oberbürgermeisterin mit ihrer Amtskette gezeigt - damit „in Würden, aber nicht in Würde“, wie der Vorsitzende Richter Stephan Schmitt sagte.

Für Malerin Erika Lust war das Gemälde ein künstlerisches Statement zum Verlust des Welterbetitels. Sie hatte das 50 mal 70 Zentimeter große Werk im Frühsommer 2009 gemalt. In der Folge wurde es ausgestellt und als Abbildung auf ihrer Internetseite gezeigt.

Pikant: Das Original ist mittlerweile verkauft und befindet sich in einer Dresdner Pension - ausgerechnet im Waldschlößchenareal. (ddp/szo/dpa)


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