Der Fall Lust

Die Dresdner Künstlerin Erika Lust hatte ihr Bild "Frau Orosz wirbt für das Welterbe", ihren Kommentar zu dem Verlust des Welterbetitels für Dresden, auf die Internetseiten des Künstlerbundes Dresden für den Tag des Offenen Ateliers gestellt.

Nachdem die Bild-Zeitung am 30.10.09 über das Werk berichtet hatte, meldeten sich allerlei selbsternannte Wächter des Geschmacks zu Wort, darunter auch Stadträte der CDU und der Bürgerfraktion. Sie drohtem dem Künstlerbund unverhohlen mit dem Entzug der Förderung. Daraufhin nahm der Künstlerbund das Werk in vorauseilendem Gehorsam von der Internetseite und forderte gleichzeitig alle Künstler auf, ihre Werke darauf zu überprüfen, ob sie nicht auch Proteste hervorrufen könnten und sie ggf. ebenfalls von der Internetseite zu nehmen. Die Zensur und Selbstzensur in der Kunststadt Dresden konnte ein weiteres unrühmliches Kapitel schreiben.

Das nächste kam sofort hinterher. Die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (Slogan bei ihrer Wahl 2008 „ein neues Kapitel Dresden schreiben“) fühlt sich durch das Werk der Künstlerin beleidigt und gab vor, Ihr Amt würde durch Frau Lust beschädigt werden. Also verlangt sie, vertreten durch eine renommierte Berliner Anwaltskanzlei, das Werk weder weiter zu verbreiten, noch auszustellen noch in sonstiger Form zugänglich zu machen. Erika Lust lehnte selbstverständlich ab und nun beantragte die OB eine einstweilige Verfügung gegen die Künstlerin. – Termin der 1. Verhandlung: 03.12.2009, 9.00 Uhr

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Frau_Orosz_wirbt































Erika Lust, 2009m "Helma Orosz wirbt für das Welterbe"

Kommentare  

 
0 #3 2009-12-09 11:50
Hallo

mit dieser bescheuerten “Begründung” soll auch bei de.wikipedia.org gelöscht (vulgo: zensiert) werden de.wikip...Cr_das_Welterbe -> “Irrelevant im Quadrat: irrelevantes Werk von irrelevanter Künstlerin. Logo 02:09, 4. Dez. 2009 (CET)” — wobei das Bild selbst dort peinlicherweise gar nicht im Netz stand …

Da denkt jeder Schelm mit historischem Wissen freilich gleich an weiland die jährlichen Dresdner Kunstausstellun gen des weiland realexistiert habenden S´ismus;-).

Also Solidarität mit der Künstlerin auch von der Rheinschiene von

Harry am 091209
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+2 #2 2009-12-08 13:38
Wie "Des Kaisers neue Kleider" ein gelungenes Werk. Mann muss die Politik, die Amtsinhaberin in Dresden/Sachsen kennen um diese Expression zu verstehen.
Dem MP Tillich ließ sie einen persönlichen Sitzplatz im Stadtpark errichten und wundert sich über die Darstellung? Die Regierung der sie als Sozialministeri n(CDU) angehörte, hat alles erdenklich mögliche getan, das Nachhaltige Erbe der Weltbevölkerung los zu werden. Ein mulifunktionell er Kulturpalast soll zum monotonen Konzertsaal geschliffen werden. Neofeudaler Schleifchenschu htanz im barocken Zierden ist nicht das Ende von Kunst und Kultur. Wer das verbietet, verbietet künftig auch jede politische Karikatur. Im expressionistis chen Kunstwerk steht die Aussage im Vordergrund. Das sie sich in den Vordergrund schiebt, ist ihre pers. ART.
Eine Nacktheit ist natürlich normal und jeden Mensch eigen.
"Der Kaiser, die OBerin und der Knappe sind nackt".
So mal eine weitere Inspiration.
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+1 #1 2009-12-02 21:43
Frau Lust hat ihr drittes Orosz-Bild gemalt. Dass sie die OB diesmal mit Bekleidung - statt wie sonst üblich ohne - malte, hat ganz bestimmt nichts mit vorauseilender Selbstzensur zu tun ;-)
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